Sehr geehrte Damen und Herren,

neben Zukunftsinvestitionen und Investitionen in Klimatechnologien, der Stärkung des Gesundheitswesens und der Betonung der europäischen und internationalen Verantwortung in der Corona-Krise hat die Große Koalition ein Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket mit folgenden steuerorientierten Maßnahmen geschnürt:

Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 auf maximal 5 Mio. bzw. 10 Mio. Euro (bei Zusammenveranlagung) erweitert; dazu wird es (wohl über eine steuerliche Rücklage) möglich sein, diesen Rücktrag schon in der Steuererklärung 2019 zu nutzen (vgl. Informationen im Mai 2020).

Für die Jahre 2020 und 2021 wird als Investitionsanreiz eine degressive Absetzung für Abnutzung mit dem Faktor 2,5 gegenüber der derzeit geltenden Afa (wieder) eingeführt.

Zur Angleichung der Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen erfolgen Änderungen des Ertragssteuerrechts, nach denen (unter anderem) Personengesellschaften zur Anwendung der Körperschaftsteuerregeln optieren können und die gewerbesteuerliche Ermäßigung bei gewerblichen Einkünften verbessert wird.

Als spektakulärste und auch umstrittenste Maßnahme zur Stärkung der Binnennachfrage in Deutschland gilt die auf die Zeit vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 befristete Senkung des Mehrwertsteuersatzes von 19% auf 16% und von 7% auf 5%.

Nicht nur in der Wirtschaftspresse wird auf den hohen administrativen Aufwand, die Kosten der Systemumstellungen und die Gefahr verwiesen, dass ein Teil der Senkung nicht in den Preisen weitergegeben wird. Die Rückkehr zu 19% könnte zudem eine bis dahin beginnende Konjunkturbelebung dämpfen.

Von diesen eher theoretischen Argumenten abgesehen, kommen Bedenken und Zweifel vor allem aus der unternehmerischen Praxis: „Jede Ladenkasse und Rechnungsprogramm sowie Warenwirtschaftssysteme, Buchhaltungsprogramme, Onlineshops müssen zum 01. Juli umgestellt, Formulare gedruckt und Verträge einer Anpassung unterzogen werden“. „Händler plädieren für eine pragmatische Handlungsweise“ zitiert das Handelsblatt einen Unternehmer aus Osnabrück: Er prüfe als praktische Umsetzung einfach einen pauschalen Rabatt von zum Beispiel drei Prozent; „Das erspart uns eine arbeits- und kostenintensive Umzeichnung, ist für den Verbraucher von Vorteil und sehr einfach und transparent“.

Eine Zusammenfassung der durch die Absenkung der Umsatzsteuersätze verbundenen Herausforderungen im Detail finden Sie angefügt als PDF-Datei.

Wir helfen Ihnen gerne!

Herzlichst Ihr Heinz Schlüter